WordPress Website umziehen – So funktioniert der manuelle Umzug
Irgendwann kommt bei fast jeder WordPress-Website der Zeitpunkt, an dem ein Umzug notwendig wird. Sei es wegen eines neuen Hosting-Anbieters, einer anderen Domain oder weil die Website auf einen leistungsstärkeren Server wechseln soll.
Zwar gibt es mittlerweile zahlreiche Plugins, die einen WordPress-Umzug automatisieren, dennoch bevorzuge ich in den meisten Fällen den manuellen Weg. Der Grund dafür ist simpel: Man behält die volle Kontrolle über alle Dateien, die Datenbank und mögliche Fehlerquellen.
In diesem Artikel zeige ich Schritt für Schritt, wie ein manueller WordPress-Umzug funktioniert und welche Alternativen es gibt.
Wenn nur eine andere Domain genutzt werden soll, die Daten aber weiter auf dem aktuellen Server verbleiben können, kannst du direkt mit Schritt 5 einsteigen.
Warum ich den manuellen WordPress-Umzug bevorzuge
Plugins wie:
- Duplicator
- All-in-One WP Migration
- UpdraftPlus
können einen Umzug zwar deutlich vereinfachen, bringen aber auch Nachteile mit sich.
Gerade bei größeren Websites oder speziellen Hosting-Konfigurationen kommt es häufiger zu Problemen:
- Zeitüberschreitungen beim Export
- Speicherlimits des Servers
- Fehlerhafte Serialisierung von Daten
- Probleme mit großen Mediendateien
- Einschränkungen in den kostenlosen Versionen
Für kleinere Websites funktionieren solche Plugins oft problemlos. Wer jedoch sauber und kontrolliert arbeiten möchte, fährt mit einem manuellen Umzug meist besser.
Schritt 1: Alle Daten sichern
Bevor überhaupt etwas geändert wird, sollte zuerst ein vollständiges Backup erstellt werden.
Dabei müssen zwei Dinge gesichert werden:
- die komplette WordPress-Datenbank
- sämtliche WordPress-Dateien
Datenbank exportieren
Die Datenbank kann in der Regel über:
- phpMyAdmin
- Adminer
- oder die Hosting-Verwaltung
exportiert werden.
Wichtig ist, wirklich die vollständige Datenbank als .sql Datei zu sichern.
WordPress-Dateien per FTP sichern
Zusätzlich sollten alle Dateien der Website heruntergeladen werden.
Dafür nutze ich meistens:
- FileZilla
Gesichert werden sollte der komplette WordPress-Ordner inklusive:
wp-content- wp-admin
- wp-includes
- alle Dateien im Roo- Verzeichnis
Besonders die Daten in wp-content sind wichtig, dort befindet sich bspw. der Uploads-Ordner mit deinen hochgeladenen Dateien.
Schritt 2: Neue Datenbank anlegen und importieren
Auf dem neuen Server wird anschließend eine neue MySQL-Datenbank erstellt.
Dabei werden benötigt:
- Datenbankname
- Benutzername
- Passwort
- Datenbank-Host
Danach kann die zuvor exportierte .sql Datei importiert werden.
Das funktioniert meist ebenfalls über:
- phpMyAdmin
- das Hosting-Panel
- oder per Kommandozeile
Schritt 3: WordPress-Dateien auf den neuen Server übertragen
Jetzt werden alle zuvor gesicherten WordPress-Dateien auf den neuen Webspace hochgeladen.
Auch hier erfolgt der Upload typischerweise per FTP mit FileZilla.
Wichtig ist:
- Die Dateien müssen in das richtige Webverzeichnis
- Alte Dateien sollten vorher entfernt werden
- Die Ordnerstruktur muss vollständig erhalten bleiben
Schritt 4: WordPress mit der neuen Datenbank verbinden
Damit WordPress mit der neuen Datenbank arbeitet, muss die Datei wp-config.php angepasst werden.
Folgende Werte werden geändert:
define('DB_NAME', 'datenbankname');
define('DB_USER', 'datenbankbenutzer');
define('DB_PASSWORD', 'passwort');
define('DB_HOST', 'localhost');
Danach verbindet sich WordPress mit der neuen Datenbank.
Schritt 5: Domain anpassen
Wenn sich die Domain ändert, müssen die alten URLs ersetzt werden.
Andernfalls versucht WordPress weiterhin die alte Domain zu verwenden.
Möglichkeit 1: Direkt in der Datenbank ändern
In der Tabelle wp_options werden folgende Werte angepasst:
siteurlhome
Dort wird die alte Domain durch die neue ersetzt.
Möglichkeit 2: Über die functions.php
Alternativ kann die Domain temporär über die functions.php gesetzt werden.
Zum Beispiel:
update_option('siteurl','https://neuedomain.de');
update_option('home','https://neuedomain.de');
Wichtig:
Diese Zeilen sollten nach erfolgreicher Umstellung wieder entfernt werden.
Permalinks aktualisieren
Nach dem Umzug empfiehlt es sich, einmal im WordPress-Backend unter:
Einstellungen → Permalinks
einfach auf „Speichern“ zu klicken.
Dadurch werden die Rewrite-Regeln neu generiert und viele typische Fehler verschwinden automatisch.
SSL und Cache prüfen
Nach dem Umzug sollte außerdem kontrolliert werden:
- Funktioniert HTTPS korrekt?
- Gibt es Mixed-Content-Fehler?
- Wurde der Cache geleert?
- Lädt die Website vollständig?
Gerade Caching-Plugins oder ein CDN verursachen nach einem Umzug gelegentlich Probleme.
Fazit
Ein manueller WordPress-Umzug wirkt im ersten Moment komplizierter als die Nutzung eines Plugins, bietet aber deutlich mehr Kontrolle und meist auch weniger Überraschungen.
Plugins können den Prozess zwar vereinfachen, stoßen aber besonders bei größeren Websites oder speziellen Hosting-Umgebungen schnell an ihre Grenzen.
Wer seine Daten sauber sichern, die Datenbank korrekt übertragen und die Domain richtig anpassen kann, hat mit dem manuellen Weg meist die zuverlässigste Lösung.