WordPress-Updates: So gehst du es richtig an
WordPress-Updates sind keine große Sache – bis sie es sind. Ein Klick auf „Alle aktualisieren", eine weiße Seite, und plötzlich ist die Website offline. Das passiert selten, aber es passiert. Wer vorbereitet ist, hat das Problem in Minuten behoben. Wer es nicht ist, verbringt den Abend mit Fehlersuche.
Diese Anleitung zeigt, wie ich Updates bei Kundenprojekten angehe und welche Fragen du dir vorher stellen solltest.
Schritt 1: Backup erstellen und zwar richtig
Bevor irgendetwas geklickt wird: Backup. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer.
Ein gutes Backup umfasst zwei Dinge:
- Die Datenbank: hier stecken alle Inhalte, Einstellungen und Nutzerdaten
- Die Dateien: WordPress-Core, Themes, Plugins und der Upload-Ordner
Viele Hoster bieten automatische Backups an. Das ist gut, reicht aber allein oft nicht aus. Je nach Hoster kann das Einspielen einer Sicherung auch eine Auswirkung auf andere Systeme haben, die ebenfalls auf dem Server liegen.
Daher bietet es sich an, ein Backup direkt in WordPress auszulösen. Das Backup muss außerhalb des Webservers abgelegt werden. Wenn der Server ein Problem hat oder du aus Versehen Dateien überschreibst, nützt dir ein Backup auf demselben Server nichts.
Gute Optionen für die externe Ablage: Google Drive, Dropbox, ein lokaler Rechner oder ein separater Speicheranbieter. Plugins wie UpdraftPlus, BackWPup oder Duplicator können das automatisiert erledigen.
Schritt 2: Brauche ich eine Staging-Umgebung?
Eine Staging-Umgebung ist eine exakte Kopie der Website, auf der du Updates testest, bevor sie live gehen. Klingt aufwendig. Ist es manchmal auch. Aber bevor du entscheidest, ob du das brauchst, stelle dir eine einfachere Frage:
Was kostet es, wenn die Website 30 Minuten offline ist?
Das Zurückspielen eines Backups dauert 20 bis 45 Minuten. Wenn dabei etwas schiefläuft, kann die Website auch länger offline sein. Für einen kleinen Vereinsblog ist das kein Drama. Für einen Online-Shop, der täglich Bestellungen verarbeitet, oder eine Unternehmensseite, über die Leads reinkommen, sieht das anders aus.
- Niedrige Ausfallkosten → Direktes Update mit gutem Backup ist ausreichend
- Hohe Ausfallkosten → Staging-Umgebung sinnvoll, oder zumindest ein Update außerhalb der Stoßzeiten
Wichtiger als Staging ist in jedem Fall ein sicher abgelegtes, geprüftes Backup. Wer die Wahl hat, nur eines von beiden zu machen: Backup gewinnt.
Schritt 3: Wie wahrscheinlich sind Fehler?
Bei einem gepflegten WordPress-System mit wenigen, aktiv gewarteten Plugins passiert beim Update meistens nichts. Die Wahrscheinlichkeit steigt aber mit folgenden Faktoren:
Viele Plugins aktiv: Je mehr Plugins, desto mehr potenzielle Konflikte – untereinander und mit neuen WordPress-Versionen. Wer 20 Plugins aktiv hat, lebt riskanter als jemand mit 5.
Plugins, die lange nicht aktualisiert wurden: Wenn ein Plugin seit zwei Jahren kein Update bekommen hat, ist die Chance hoch, dass es mit der aktuellen WordPress-Version nicht mehr sauber zusammenspielt.
Stark individualisierte Themes: Themes, die tief ins WordPress-System eingreifen oder auf veralteten Frameworks aufbauen, sind häufige Problemquellen.
Major-Updates: Der Sprung von WordPress 6.4 auf 6.5 ist harmloser als der Sprung auf eine neue Hauptversion. Bei Major-Updates lohnt es sich, vorher einen Blick in die Release Notes zu werfen.
Meine Faustregel: Vor jedem Update kurz prüfen, welche Plugins zuletzt aktualisiert wurden und ob es bekannte Kompatibilitätsprobleme gibt. Das dauert fünf Minuten und kann viel Ärger ersparen.
Schritt 4: Vor dem Update Versionen notieren
Bevor du auf „Aktualisieren“ klickst: Notiere die aktuellen Versionsnummern aller Plugins und des aktiven Themes.
Warum? Wenn das Backup aus irgendeinem Grund nicht sauber eingespielt werden kann, musst du die alte Plugin-Version manuell herunterladen und einspielen. Ohne die Versionsnummer weißt du nicht, welche du brauchst. Im WordPress-Plugin-Verzeichnis sind ältere Versionen unter „Advanced View“ verfügbar aber nur, wenn du weißt, wonach du suchst.
Ein Screenshot der Plugin-Seite innerhalb von WordPress ist oft ausreichend und versetzt dich in die Lage, die bisher genutzten Plugins wiederherzustellen.
Schritt 5: Das Update durchführen
Wenn Backup und Notizen gemacht sind:
- Zuerst WordPress Core aktualisieren
- Dann Themes aktualisieren
- Zuletzt Plugins – am besten einzeln oder in kleinen Gruppen, nicht alle auf einmal
Nach jedem Schritt kurz die Website aufrufen und prüfen, ob alles noch stimmt. So lässt sich ein Problem direkt einem bestimmten Update zuordnen.
Schritt 6: Was tun, wenn nach dem Update etwas nicht stimmt?
Ruhig bleiben. Meistens ist das Problem schnell eingegrenzt.
Erstcheck: Was genau ist kaputt? Weiße Seite, Fehler im Frontend, nur das Backend betroffen? Je nach Fehlerbild gibt es unterschiedliche Anlaufstellen.
Plugins einzeln deaktivieren: Der häufigste Auslöser für Probleme nach einem Update ist ein Plugin-Konflikt. Deaktiviere Plugins einzeln – beginnend mit dem zuletzt aktualisierten – und prüfe nach jedem Schritt, ob der Fehler behoben ist.
PHP-Fehlerlog prüfen: Wer Zugriff auf das Hosting-Backend hat: Im Fehlerlog steht oft direkt, welche Datei das Problem verursacht. Das spart viel Zeit bei der Ursachensuche.
Wenn das nicht reicht: Backup zurückspielen: Wenn der Fehler nicht schnell behebbar ist und die Website nicht funktioniert, ist das Backup die sicherste Lösung. Lieber 30 Minuten Downtime für ein sauberes Zurücksetzen als stundenlange Fehlersuche unter Zeitdruck.
Nach dem Zurückspielen: prüfen, welches Plugin das Problem verursacht hat, und dieses vorerst von der Aktualisierung ausschließen. Beim Hersteller nachschauen, ob es bereits einen Fix gibt.
Noch ein Tipp: Regelmäßig updaten
Der schlechteste Zeitpunkt für ein Update ist, wenn man lange nicht geupdatet hat. Je mehr Versionen übersprungen wurden, desto größer die Sprünge – und desto wahrscheinlicher Konflikte.
Wer WordPress alle paar Wochen aktualisiert, macht kleinere, besser kontrollierbare Schritte. Und hält gleichzeitig bekannte Sicherheitslücken geschlossen, denn viele WordPress-Updates schließen aktiv ausgenutzte Schwachstellen.
Nichts hat geholfen?
Manchmal steckt hinter einem Update-Problem mehr als ein einfacher Plugin-Konflikt. Wenn du nicht weiterkommst, unterstütze ich dich gerne bei der Fehleranalyse – von der Ursachensuche bis zum sauberen Zurückspielen des Backups.
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